Kniegelenkersatzoperation in Hamburg, Deutschland: Wann ist sie notwendig?

Veröffentlichungsdatum: Oct 06, 2026 Medizinisch geprüft von: Dr. Raul Valenzano on Oct 06, 2026 Autor: Aamina Bibi

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Gelenkstabilität: Kniegelenkersatzoperation in Hamburg, Deutschland

Für Millionen von Menschen weltweit, die unter chronischen Knieschmerzen leiden, können selbst einfache Alltagsbewegungen wie Gehen, Treppensteigen oder Aufstehen vom Stuhl allmählich zu schmerzhaften Hürden werden. Schwere Arthrose, traumatische Verletzungen und fortschreitender Knorpelabbau führen oft dazu, dass Betroffene Schwierigkeiten haben, ihre Selbstständigkeit und Lebensqualität zu erhalten. Wenn nicht-operative und konservative Maßnahmen keine Linderung mehr bringen, ist die Suche nach einer spezialisierten orthopädischen Behandlung unerlässlich. Hamburg gilt als führendes Zentrum für internationale Patienten und bietet erstklassige Versorgung im Bereich der Gelenkendoprothetik.

In dieser Expertenfolge des Asklepios Health Podcasts spricht Kirsten Carla mit Prof. Dr. Frank Lampe, Chefarzt der Abteilung für Orthopädie und des Zentrums für Endoprothetik der Asklepios Klinik Barmbek. Gemeinsam erörtern sie die wichtigsten Indikatoren für einen Kniegelenkersatz, die biomechanischen Unterschiede zwischen Teil- und Totalprothesen, modernste computergestützte Navigations- und robotergestützte Operationstechniken sowie realistische Zeitpläne für Rehabilitation und Genesung. Ob Sie sich aktuell über die Möglichkeiten einer Kniegelenkersatzoperation in Hamburg informieren oder eine spezialisierte medizinische Behandlung im Ausland suchen – dieser umfassende Ratgeber bietet Ihnen alle Informationen, die Sie für eine fundierte medizinische Entscheidung benötigen.

Den richtigen Zeitpunkt erkennen: Wann ist eine Knieoperation empfehlenswert?

Die Entscheidung für den optimalen Zeitpunkt einer Kniegelenkersatzoperation in Hamburg ist eine individuelle klinische Angelegenheit. Patienten fragen sich oft, ob es einen absoluten Grenzwert oder ein bestimmtes radiologisches Stadium gibt, das eine Operation zwingend erforderlich macht. Wie Prof. Dr. Frank Lampe bei [00:01:01] erklärt, ist der entscheidende Faktor das individuelle Leidensniveau in Verbindung mit dem Versagen konservativer Behandlungsmethoden.

Die meisten Patienten, die sich in Deutschland einer Kniegelenkersatzoperation unterziehen, leiden seit Jahren unter zunehmenden Beschwerden. Sie haben in der Regel bereits alle konservativen Therapieoptionen ausgeschöpft, darunter Physiotherapie, gezieltes Gewichtsmanagement, entzündungshemmende Medikamente, intraartikuläre Injektionen und Anpassungen des Lebensstils. Wenn diese nicht-operativen Maßnahmen keine dauerhafte Schmerzlinderung bringen und alltägliche Tätigkeiten unerträglich werden, sollte eine Gelenkendoprothese ernsthaft in Betracht gezogen werden.

Primäre klinische Indikatoren für eine Kniegelenkersatzoperation:

  • Anhaltende Gelenkschmerzen bei alltäglichen Aktivitäten wie Gehen, Stehen oder Treppensteigen.
  • Chronische, hartnäckige Knieschmerzen während Ruhephasen oder im Schlaf, die eine erholsame Erholung verhindern.
  • Starke Steifheit, die den natürlichen Bewegungsumfang einschränkt und das Beugen oder Strecken des Beins begrenzt.
  • Fortschreitende Gelenkverformung, wie zum Beispiel die erkennbare Entwicklung einer O-Bein- oder X-Bein-Stellung.
  • Unfähigkeit, persönlichen Hobbys oder gesellschaftlichen Aktivitäten nachzugehen oder berufliche Aufgaben wahrzunehmen.

Bei [00:01:18] betont Prof. Lampe, dass ein chirurgischer Eingriff, wenn die Lebensqualität so weit abnimmt, dass die Unabhängigkeit beeinträchtigt ist, eine konstruktive Lösung zur Wiederherstellung der Mobilität darstellt und nicht der letzte Ausweg der Verzweiflung ist.

Altersfaktoren und Patienteneignung: Gibt es eine Altersgrenze?

Ein weit verbreiteter Irrglaube unter orthopädischen Patienten ist, dass Knieprothesen in Deutschland ausschließlich älteren Menschen vorbehalten seien oder dass jüngere Patienten bis zum Erreichen einer willkürlichen Altersgrenze Schmerzen ertragen müssten. Prof. Dr. Frank Lampe räumt mit diesem Mythos ab [00:01:43] auf und erklärt, dass es keine starre untere oder obere Altersgrenze für endoprothetische Eingriffe gibt.

Jüngere Erwachsene können aufgrund von posttraumatischer Arthrose, die durch Sportverletzungen, Arbeitsunfälle oder angeborene Fehlstellungen verursacht wird, schwere, lokal begrenzte Knorpelschäden erleiden. Für diese Menschen ist es unzumutbar, jahrzehntelang starke Schmerzen und körperliche Einschränkungen zu ertragen. Sind alle nicht-operativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft, kann ein künstliches Gelenk die berufliche Stabilität und ein aktives Leben wiederherstellen.

Auch ein hohes Alter allein stellt in Deutschland keine Kontraindikation für eine Knieoperation dar. Prof. Lampe weist bei [00:02:07] darauf hin, dass der Erhalt der Mobilität älterer Menschen für die allgemeine Gesundheit von entscheidender Bedeutung ist. Der Verlust der Gehfähigkeit erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, allgemeine Gebrechlichkeit und soziale Isolation. Sofern eine umfassende medizinische Untersuchung einen ausreichenden Allgemeinzustand und beherrschbare Operationsrisiken bestätigt, können ältere Patienten daher erheblich von modernen Gelenkersatzverfahren profitieren.

Ihre Optionen verstehen: Teil- vs. Total-Knieprothese

Nicht jeder Patient, der einen chirurgischen Eingriff benötigt, braucht einen kompletten Gelenkersatz. Moderne Endoprothetik konzentriert sich auf den gezielten Erhalt von Knorpel und Knochen, wobei nur der beschädigte Knorpel und der darunterliegende Knochen ersetzt werden, während gesunde anatomische Strukturen intakt bleiben. Wie bei [00:02:35] erläutert, analysieren die Behandlungsteams in Deutschland sorgfältig, ob eine Teil- oder Totalprothese des Knies erforderlich ist.

Kriterien / Merkmale Teilprothese (Unikompartimentelle Prothese) Totale Oberflächenersatzprothese
Arthritis-Bereich Auf ein einzelnes Kompartiment (medial oder lateral) beschränkt. Weitverbreitete, mehrkompartimentelle Degeneration.
Anforderungen an die Bänder Erfordert vollständig intakte Kreuzbänder (ACL/PCL) und Seitenbänder. Gleicht Banddegeneration oder strukturelle Lockerung aus.
Knochen- und Gewebeerhaltung Erhält gesunden Knorpel, Knochen und wichtige Stabilisierungsbänder. Ersetzt beschädigte, lasttragende Flächen im Bereich der Verbindung.
Kinematik & Gefühl Bietet ein sehr natürliches Gelenkgefühl und eine schnelle Wiederherstellung der Beweglichkeit. Bietet außergewöhnliche Langzeitstabilität und Schmerzlinderung.

Bei [00:02:54] merkt Prof. Lampe an, dass unikompartimentelle Knieprothesen ideal sind, wenn der Patient einen lokalisierten Schmerzpunkt genau angeben kann, was durch Röntgenbefunde mit isolierter Knorpelerosion bestätigt wird. Für den langfristigen Erfolg einer Teilknieprothese müssen jedoch die vorderen und hinteren Kreuzbänder sowie die lateralen Seitenbänder des Patienten vollständig gesund und funktionsfähig sein [00:04:21] .

Der klinische Diagnoseprozess in den Asklepios Kliniken Hamburg

Ein erfolgreicher Operationsverlauf hängt von einer sorgfältigen präoperativen klinischen Untersuchung ab. In der Asklepios Klinik Barmbek in Hamburg durchläuft jeder Patient einen standardisierten, umfassenden Diagnoseprozess, um seine genaue Gelenkbiomechanik vor dem Eingriff zu erfassen.

Wie Prof. Lampe bei [00:04:54] ausführlich darlegte, umfasst der Diagnoseprozess drei Hauptphasen:

  • Ausführliche Anamnese: Ein ausführliches Gespräch über Schmerzdauer, auslösende Bewegungen, frühere konservative Behandlungen, persönliche Aktivitätsziele und zugrunde liegende Erkrankungen.
  • Detaillierte klinische Untersuchung: Körperliche Beurteilung des aktiven und passiven Bewegungsumfangs, der Bandstabilität, der Ausrichtung, von Schwellungen, lokaler Druckempfindlichkeit und der Gangmechanik.
  • Protokolle für diagnostische Bildgebung: Hochauflösende konventionelle Röntgenaufnahmen im Stehen unter Belastung. Wie Prof. Lampe bei [00:05:21] anmerkt, sind Standard-Röntgenaufnahmen unter Belastung in der Regel ausreichend, um Knorpelverlust und Knochen-auf-Knochen-Kontakt zu beurteilen, wodurch kostspielige MRT-Untersuchungen oft unnötig sind, es sei denn, eine Weichteilpathologie erfordert eine gesonderte Abklärung.

Das Verfahren verständlich gemacht: Moderne Konzepte des „Oberflächenersatzes“

Der Begriff „Kniegelenkersatz“ löst oft Angst aus, da Patienten annehmen, der Chirurg amputiere oder entferne das gesamte biologische Kniegelenk. Im Interview bei [00:05:53] demonstriert Prof. Dr. Frank Lampe anhand eines anatomischen Modells, dass moderne Verfahren besser als „Oberflächenersatzprothesen“ beschrieben werden.

Anstatt das Gelenk vollständig zu entfernen, ähnelt der chirurgische Eingriff eher dem Aufsetzen einer schützenden Zahnkrone auf einen beschädigten Zahn:

  • Minimale Knochenresektion: Chirurgen entfernen lediglich dünne, beschädigte Scheiben abgenutzten Knochens und beschädigten Knorpels vom distalen Femur und der proximalen Tibia [00:06:23] .
  • Anatomische Kappen: Präzisionsgefertigte Kappen aus Metalllegierung werden sicher über die präparierten Knochenenden gesetzt.
  • Reibungslose Gelenkbewegung: Ein langlebiger, hochvernetzter Abstandshalter aus medizinischem Polyethylen wird zwischen die Metalloberflächen eingesetzt und dient als neuer künstlicher Knorpel, der reibungslose Gleit- und Biegungen ermöglicht.
  • Banderhaltung: Die umgebenden natürlichen Bänder, Sehnen und die Gelenkkapsel bleiben weitgehend intakt, um die natürliche kinematische Bewegung zu steuern [00:06:28] .

Hochpräzisionschirurgie: Computernavigation und robotergestützte Unterstützung

Für eine optimale biomechanische Ausrichtung und langfristige Haltbarkeit ist höchste Präzision erforderlich. Schon geringfügige Abweichungen bei der Implantatpositionierung können zu ungleichmäßigem Verschleiß, anhaltenden Schmerzen oder vorzeitiger Lockerung führen. Ab Minute [00:07:55] erläutert Prof. Lampe, wie fortschrittliche computergestützte Navigation und moderne Robotersysteme die Kniegelenkersatzchirurgie in Hamburg auf ein neues Niveau an Genauigkeit heben.

Vor und während des Eingriffs erstellen computergestützte Navigationssysteme ein präzises digitales 3D-Modell der individuellen Knieanatomie und Achsenausrichtung des Patienten [00:08:48] . Dies ermöglicht dem Operationsteam, millimeter- und gradgenaue Anpassungen vorzunehmen und schwere Fehlstellungen wie beispielsweise ausgeprägte Varus- (O-Beine) oder Valgusfehlstellungen (X-Beine) zu korrigieren [00:07:38] .

Professor Lampe geht auf einen entscheidenden Punkt der Technologie ein und stellt bei [00:09:28] klar, dass Computersysteme nicht autonom arbeiten. Er zieht eine hilfreiche Analogie zum Navigationssystem eines Autos [00:09:40] und erklärt, dass das Navigationsgerät zwar hochpräzise Richtungsangaben und Empfehlungen in Echtzeit liefert, der Chirurg aber weiterhin die volle Kontrolle behält. Das Hauptziel des Einsatzes digitaler Präzisionsinstrumente ist nicht nur die Beschleunigung der Operation, sondern die deutliche Verbesserung der Langzeitüberlebensrate von Implantaten, der Gelenkfunktion und der Patientenzufriedenheit [00:11:06] .

Rehabilitations- und Genesungszeitplan: Was Sie nach der Operation erwartet

Das Verständnis des postoperativen Verlaufs trägt dazu bei, realistische Erwartungen an die körperliche Genesung zu entwickeln. Patienten, die sich in Deutschland einer Knieoperation unterziehen, profitieren von frühzeitigen Mobilisierungsprotokollen, die die Durchblutung anregen, die Knochenintegration fördern und Gelenksteife vorbeugen.

Die wichtigsten Meilensteine der Erholung im Überblick:

  • Tag 1 (Tag der Operation): Erste Mobilisierung am Krankenbett mit Unterstützung der Physiotherapie, erste Schritte mit Gehhilfen.
  • Krankenhausaufenthalt (Tag 2 bis 5): Progressives Gangtraining, Treppensteigtraining und Beweglichkeitsübungen auf der Station.
  • Stationäre/Ambulante Rehabilitation (Wochen 2 bis 5): Gezielte Physiotherapie über etwa 3 Wochen zur Stärkung der unterstützenden Quadrizeps- und Hamstringmuskulatur.
  • Funktionale Rückkehr zum Alltag (Wochen 4 bis 6): Wiederaufnahme der gewohnten täglichen Aktivitäten, Gehen ohne Hilfsmittel und Rückkehr zu einer sitzenden Bürotätigkeit.
  • Vollständige Genesung & Aktivitäten mit hoher Belastung (Monate 3 bis 9): Wiederaufnahme von anstrengender Gartenarbeit, längeren Reisen, Autofahren oder Sportarten mit geringer Belastung, wobei bis zu 9 Monate nach der Operation kontinuierliche kinematische Verbesserungen beobachtet werden.

Wie Prof. Lampe bei [00:12:00] hervorhebt, kehrt die grundlegende Selbstständigkeit im Alltag zwar innerhalb von vier bis sechs Wochen zurück, doch sollten wichtige Lebensereignisse oder anstrengende körperliche Unternehmungen idealerweise erst nach drei Monaten intensiver Genesung geplant werden.

Warum sollten Sie sich bei einer Gelenkoperation für die Asklepios Kliniken Hamburg entscheiden?

Die Wahl des richtigen Krankenhauses und des passenden OP-Teams ist einer der wichtigsten Faktoren für einen erfolgreichen orthopädischen Eingriff. Die Asklepios Kliniken Hamburg gehören zu den führenden medizinischen Netzwerken Europas und vereinen klinische Exzellenz, strenge Sicherheitsstandards und modernste medizinische Infrastruktur.

Das Zentrum für Endoprothetik der Asklepios Klinik Barmbek, unter der Leitung erfahrener Spezialisten wie Prof. Dr. Frank Lampe, führt jährlich Tausende erfolgreiche Gelenkersatzoperationen durch. Internationale Patienten entscheiden sich aus mehreren wichtigen Gründen für Asklepios:

  • Zertifizierte Expertise im Bereich Endoprothetik: Chirurgische Zentren mit hohem Patientenaufkommen, die für spezialisierte Gelenkbehandlungen und komplexe Revisionsoperationen akkreditiert sind.
  • Technologie auf höchstem Niveau: Routinemäßige Integration von hochpräziser Computernavigation, digitaler präoperativer Modellierung und weichteilschonenden minimalinvasiven Techniken.
  • Multidisziplinäre Versorgung: Nahtlose Integration von orthopädischer Chirurgie, spezialisierter Schmerztherapie, kardiologischer Untersuchung und unmittelbarer postoperativer Rehabilitation.
  • Spezielle internationale Serviceleistungen: Mehrsprachige Unterstützung, transparente Behandlungspläne, administrative Hilfe und maßgeschneiderte internationale Patientenservices.

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[00:00:00] Wann ist ein künstliches Kniegelenk notwendig?

[00:00:04] Hallo und herzlich willkommen zum Asklepios Health Podcast, dem Asklepios Gesundheitspodcast mit Kirsten Carla und Ärzten der Asklepios Kliniken.

[00:00:17] Willkommen beim Asklepios-Gesundheitsprogramm.

[00:00:21] Heute geht es um Ihr Knie. Wenn Sie ständig Schmerzen haben und der Alltag mit Ihrem Knie zunehmend beschwerlich wird, könnte eine Knieprothese eine Option für Sie sein. Wir möchten Ihnen nun die Frage beantworten: Wann ist sie notwendig? Wann sollten Sie sich dafür entscheiden? Wie läuft der Eingriff ab und wie lange dauert die Genesung?

[00:00:40] Ich begrüße Professor Dr. Frank Lampe, Chefarzt der Abteilung für Orthopädie und des Zentrums für Endoprothetik der Asklepios Klinik Barmbek. Schön, dass Sie da sind, Professor Lampe.

[00:00:51] Ja, vielen Dank. Ich freue mich, hier zu sein.

[00:00:55] Sagen Sie mir, wann bin ich bereit für ein künstliches Kniegelenk? Gibt es einen bestimmten Zeitpunkt?

[00:01:01] Für mich ist der entscheidende Faktor immer das Ausmaß des Leidens – Ihr persönliches Leidensniveau. Meistens gibt es eine Vorgeschichte mit Knieproblemen. Verschiedene Behandlungsmöglichkeiten wurden bereits ausprobiert, insbesondere nicht-operative, konservative Therapien. Dann kommt der Punkt, an dem man sagt: „Nichts davon hilft mir mehr ausreichend.“ Meine Lebensqualität ist schlecht, ich leide sehr stark und kann meinen Alltag vielleicht nicht mehr bewältigen. Ich kann meinen Hobbys nicht mehr nachgehen. Dann muss man anfangen zu überlegen, ob eine Operation helfen könnte.

[00:01:36] Ich denke also, der Begriff „Ausmaß des Leidens“ ist entscheidend. Gibt es dafür eine Altersspanne? Sagt man dann: „Du bist noch zu jung dafür“?

[00:01:43] Nicht wirklich. Es gibt auch relativ junge Patienten, die bereits an schwerer Arthrose leiden. Vielleicht hatten sie in jungen Jahren einen Unfall, der dazu geführt hat. Auch für sie gilt: Wenn die Beschwerden stark sind, die Lebensqualität nicht mehr zufriedenstellend ist und alle nicht-operativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind, dann sollte man über eine Knieprothese nachdenken. Und was das Alter betrifft, gibt es im Grunde keine Altersgrenze nach oben. Natürlich muss man immer den Gesundheitszustand des Patienten und eventuelle Risikofaktoren berücksichtigen. Aber auch ältere Menschen, die zunehmend immobil werden und an Beweglichkeit verlieren, können von einer Knieprothese profitieren. Der Verlust der Beweglichkeit ist ein einschneidendes Ereignis, und auch sie können von einem Kniegelenkersatz profitieren.

[00:02:31] Muss eine Kniegelenksendoprothese immer sofort implantiert werden?

[00:02:35] Nein, das stimmt nicht. Es gibt tatsächlich Patienten, deren Arthrose auf einen bestimmten Bereich des Kniegelenks beschränkt ist. Nicht das gesamte Knie ist betroffen. In solchen Fällen kann eine sogenannte Teilprothese, oft auch unikompartimentelle Knieprothese genannt, eingesetzt werden. Sie ist nicht für jeden Patienten geeignet. Jeder Fall muss sorgfältig geprüft werden. Für eine bestimmte Patientengruppe mit partieller Kniearthrose kann diese Teil- oder unikompartimentelle Prothese jedoch eine sehr gute Lösung sein.

[00:03:09] Man muss also genau auf die Stelle zeigen und sagen können: „Hier tut es weh“?

[00:03:14] Das wäre tatsächlich die ideale Situation. Der Patient zeigt auf eine bestimmte Stelle und sagt: „Genau hier habe ich meine Schmerzen.“ Wenn ich dann auf dem Röntgenbild sehe, dass in diesem Bereich Knorpelverlust vorliegt und die Arthrose dort lokalisiert ist, dann ist das ein guter Hinweis auf eine Teil- oder unikompartimentelle Prothese.

[00:03:30] Was ist also der Vorteil davon? Als Patient würde ich wahrscheinlich sagen: Je weniger Implantate in meinem Körper, desto besser. Stimmt das wirklich?

[00:03:41] Im Prinzip ist das richtig. Ein Großteil des Kniegelenks bleibt erhalten, einschließlich der nicht abgenutzten Bereiche. Das ist sicherlich ein Vorteil. Nur der tatsächlich beschädigte Bereich wird durch das künstliche Gelenk ersetzt. Dadurch ist der Eingriff im Vergleich zu einer Totalprothese etwas kleiner. Wir haben festgestellt, dass Patienten am Ende oft eine etwas bessere Funktion erreichen als mit einer Knietotalprothese. Sie haben auch oft ein stärkeres Gefühl dafür, dass „dies mein Kniegelenk ist“ – ein natürlicheres Gefühl, das bei einer Teilprothese oft besser erhalten bleibt als bei einer Totalprothese.

[00:04:15] Wenn Sie sagen, der Patient müsse auf einen bestimmten Bereich zeigen, bedeutet das dann auch, dass der Rest des Knies intakt sein muss?

[00:04:21] Genau. Die Bänder müssen intakt sein. Wir benötigen intakte Seitenbänder sowie ein intaktes vorderes und hinteres Kreuzband. Sie müssen intakt sein, da diese Teilgelenke auf die Führung intakter Bänder angewiesen sind. Sie benötigen dies, um richtig zu funktionieren.

[00:04:40] Wenn Sie mir eine Knieprothese empfehlen würden, wie sähe der Ablauf aus? Wir wissen, was mit meinem Knie los ist, und ich entscheide mich für eine Behandlung. Sie behandeln mich, und ich wünsche mir eine Knieprothese.

[00:04:54] Wir beginnen stets mit einer ausführlichen Anamnese. Wir besprechen die Beschwerden des Patienten, um sie genau beurteilen zu können. Anschließend erfolgt eine klinische Untersuchung. Wir beurteilen die Beweglichkeit des Knies, die Stabilität der Bänder, die Schmerzlokalisation und die Schmerzintensität. Nach der Knieuntersuchung führen wir eine Bildgebung durch, in der Regel eine Röntgenaufnahme. Bei fortgeschrittener Arthrose ist eine konventionelle Röntgenaufnahme oft ausreichend. Eine MRT ist nicht zwingend erforderlich. Wir werten die Röntgenaufnahme aus, um den Schweregrad der Arthrose, das Ausmaß des Knorpelverlusts und dessen stärkste Ausprägung zu bestimmen. Anhand dieser Befunde entscheiden wir, ob eine Knieprothese die richtige Lösung für den Patienten ist.

[00:05:46] Wie das auf dem Tisch?

[00:05:47] Genau. Dies ist ein Beispielmodell. Ich kann es Ihnen zeigen. Sie nennen es eine Totalprothese, aber eigentlich handelt es sich um eine Oberflächenersatzprothese. Und das hat seinen Grund. Viele Patienten glauben, dass bei der Implantation einer Endoprothese das gesamte Gelenk entfernt wird. Das ist aber überhaupt nicht der Fall. Das Gelenk bleibt im Wesentlichen erhalten, einschließlich seiner Bänder. Nur die beschädigten Oberflächen werden entfernt. Ich kann Ihnen das demonstrieren. Vereinfacht gesagt, am Beispiel des Oberschenkelknochens, ist es so, als würde man mit dieser Prothesenkomponente eine Krone über das Gelenk setzen. Das bedeutet, dass nur sehr dünne Knochenscheiben entfernt und durch das Implantat ersetzt werden. Das eigentliche Gelenk bleibt erhalten, einschließlich der Bänder, die das Gelenk führen und stabilisieren. Letztendlich funktioniert und bewegt sich das künstliche Gelenk fast wie ein natürliches Gelenk.

[00:06:45] Woher wissen Sie, ob es richtig positioniert ist? Schließlich wird ein Teil des Knies entfernt. Der Patient liegt vor Ihnen, er steht oder geht nicht. Aber danach muss das Knie bei Bewegung einwandfrei funktionieren.

[00:07:02] Zusätzlich zur klinischen Untersuchung führen wir vor der Knieoperation eine spezielle Röntgenaufnahme zur Operationsplanung durch. Dabei wird ein digitales Messbild des Knies erstellt. Mithilfe dieses Röntgenbildes und des Computers können wir vor der Operation die Position des Implantats planen. Während der Operation verwenden wir dann geeignete Hilfsmittel wie Schnittführungen und Messschablonen, die uns dabei helfen, das Kniegelenk so zu positionieren, dass es anschließend optimal funktioniert. Ein Ziel ist stets die Begradigung der Beinachse. Wenn ein Patient beispielsweise mit stark ausgeprägten O-Beinen operiert wird, muss das Kniegelenk so implantiert werden, dass das Bein nach der Operation korrekt ausgerichtet ist. Dies ist von großer Bedeutung. Für die konventionelle Operation stehen verschiedene Instrumente zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es moderne computergestützte Verfahren, die es uns ermöglichen, den gesamten Prozess noch präziser zu gestalten.

[00:08:01] Sind sie also vermutlich besonders nützlich für schwierige Fälle?

[00:08:02] Sie eignen sich besonders für schwierige Fälle, in denen es eine Herausforderung ist, die optimale Positionierung zu finden, das Bein präzise auszurichten und die Bänder perfekt zu stabilisieren. Wir streben stets eine möglichst natürliche Kinematik des künstlichen Gelenks an. Diese computergestützten Verfahren ermöglichen uns ein noch präziseres Arbeiten als mit herkömmlichen Methoden.

[00:08:29] Können Sie genauer erklären, wie das Mess- und Computersystem funktioniert?

[00:08:32] Es gibt Navigationssysteme. Dabei handelt es sich um computergestützte Systeme, die es uns ermöglichen, die Kinematik und Anatomie des Kniegelenks zu vermessen. Dies kann mithilfe von Bildgebung vor oder während der Operation erfolgen. So entsteht am Computer ein individuelles digitales, virtuelles Modell des Knies des Patienten. Während der Operation können wir dieses Computermodell nutzen, um die optimale Position des Kniegelenks zu planen. Die Navigation unterstützt uns daher insbesondere in schwierigen Fällen. Moderne Robotersysteme können zudem dazu beitragen, die Prothese exakt wie geplant zu implantieren.

[00:09:20] Kann der Computer Vorschläge machen, die Sie als Mensch ablehnen könnten?

[00:09:26] Genau. Das ist eine wichtige Frage. Der Computer arbeitet nicht autonom. Er liefert dem Chirurgen lediglich hochpräzise Messdaten, anhand derer dieser die Positionierung der Prothese festlegt. Ich vergleiche das oft mit einem Navigationssystem im Auto. Es schlägt bestimmte Routen vor, aber es liegt in Ihrer Verantwortung als Fahrer, ob Sie dieser Route folgen oder eine andere nehmen. Es greift nicht aktiv in die Steuerung ein. Sie fahren das Auto, während das Navigationssystem präzise Daten liefert, sodass Sie jederzeit wissen, wo Sie sich befinden und welche möglichen Routen zum Ziel führen. Genau so verhält es sich auch mit Computersystemen im Operationssaal.

[00:10:07] Und was ist der Vorteil für den Patienten?

[00:10:10] Die Qualität des Ergebnisses – die Funktionalität des Kniegelenks und die Haltbarkeit des Knies – hängt natürlich von der Präzision der Implantatpositionierung ab. Ich erwähnte beispielsweise die gerade Ausrichtung der Beinachse oder die optimale Balance der Bänder. Diese Systeme helfen dem Chirurgen, dies präziser als mit herkömmlichen chirurgischen Instrumenten zu erreichen. Die Implantation kann millimeter- und gradgenau erfolgen. Mit manuellen Instrumenten ist dies in diesem Maße in der Regel nicht möglich. Daher können wir auf verbesserte Behandlungsergebnisse hoffen.

[00:10:56] Bedeutet das auch, dass Patienten schneller wieder auf die Beine kommen?

[00:11:00] Ja, das ist durchaus möglich. Ich glaube aber, dass es primär auf die Verbesserung der Langzeitergebnisse abzielt. Hier dürfte der Effekt deutlicher sichtbar sein. Was die schnelle Wiederherstellung der Gelenkfunktion und eine zügige Rehabilitation betrifft, sind meiner Meinung nach andere Faktoren noch wichtiger. Zum Beispiel der Umgang mit dem Weichgewebe und ob wir so schonend wie möglich operieren. Es gibt einen Begriff, der vielen bekannt ist: minimalinvasive Chirurgie. Sie funktioniert besonders gut bei der Hüfte. Beim Kniegelenk muss man etwas anders vorgehen. Dennoch versuchen wir natürlich, das Weichgewebe so weit wie möglich zu schonen. Ich glaube, dass diese Faktoren dazu beitragen, dass Patienten schneller wieder mobil werden. Die Präzision des Implantats mag auch eine Rolle spielen, aber das Hauptziel sind bessere Langzeitergebnisse, eine bessere Funktion und eine höhere Haltbarkeit. Die Prothese soll länger halten. Das sind die Hauptziele.

[00:11:58] Und wann wird mein Knie wieder normal belastbar sein? Ich kenne ja das Sprichwort: „Das Knie braucht seine Zeit.“

[00:12:01] Das ist nicht ganz falsch. Man muss zwischen verschiedenen Dingen unterscheiden. Die Wiedererlangung der Alltagsfähigkeit – also die Rückkehr zum normalen Leben – erfolgt während der Rehabilitationsphase nach der Operation. Ich würde sagen, dass Patienten in der Regel innerhalb von vier bis sechs Wochen ihre Alltagsfähigkeit wiedererlangen können. Dazu gehört auch die Arbeitsfähigkeit, die aber natürlich stark vom Beruf abhängt. Das muss immer individuell mit dem Patienten besprochen und entschieden werden. Dank moderner Rehabilitationsmethoden werden Patienten bereits am Tag der Operation erstmals mobilisiert. Sie benötigen natürlich noch Gehhilfen, werden aber schon aus dem Bett geholfen und können erste Schritte machen. In den ersten Tagen lernen sie, sich auf der Station zu bewegen und Treppen zu steigen. Danach beginnt die eigentliche Rehabilitationsphase, die in der Regel etwa drei Wochen dauert. Anschließend können die Patienten nach Hause zurückkehren und ihre alltäglichen Aktivitäten im Allgemeinen gut bewältigen. Man sagt oft, man solle sechs Wochen lang nicht Auto fahren. Das ist eine Faustregel. Um ehrlich zu sein, rate ich meinen Patienten immer, bei geplanten Vorhaben wie einer Weltreise oder der Neugestaltung ihres Gartens drei Monate Erholungszeit einzuplanen. Ihre Frage berührt auch die Tatsache, dass sich das Kniegelenk nach der Operation weiterentwickelt. Es ist durchaus möglich, dass sich auch nach sechs oder neun Monaten noch Verbesserungen ergeben. Beispielsweise kann sich die Beweglichkeit weiter verbessern. Die größten Verbesserungen treten jedoch in der Regel in den ersten Wochen nach der Operation ein.

[00:13:45] Vielen Dank für dieses interessante Gespräch.

[00:13:47] Danke.

[00:13:48] Wir sehen uns wieder auf www.asklepios.com, auf Facebook und YouTube oder im nächsten Podcast. Bleiben Sie gesund.

Kniegelenkersatzoperation in Hamburg, Deutschland: Wann ist sie notwendig?

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